Twin Power Hagane: Porsche oder Benz?

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Einer muss es ja tun. Und so habe ich mich bereit erklärt, die neue Twin Power Hagane in mein Stationärrollen-Arsenal aufzunehmen und eine Weile zu testen, bevor ich mich hier zu Lobpreisungen hinreißen lasse. Die Versuchung war allerdings groß, schon nach dem Auspacken ein Feuer-und-Flame-Feature auf unseren Blog zu knallen. Ich fische an meinen Expride und Poison Adrenas, Biomasters und Stradic-Ruten hauptsächlich Stradic Ci4+s und Rareniums – also Rollen, die durch ein außergewöhnlich gutes Preis/Leistungs-Verhältnis bestechen. Die Passats unter den Angelrollen sozusagen. Und dann steht da plötzlich ein Porsche in der Garage. Schnittig sieht er aus. Anspringen tut er wie kein Wagen vor ihm. Und wenn er erstmal auf Touren ist, kann man ihn kaum mehr stoppen. Nur eines lässt die TP Hagane vermissen. Dieses porschetypische „Ich-sitze-direkt-auf-der-Straße-Feeling“ und um mich brummts und dröhnt’s, das man von den Carerras kennt (wenn man es kennt). Und wenn ich’s mir recht überlege, ist sie am Ende dann doch ein Benz. Mit ihrer Laufruhe. Dem fein justierbaren Bremssystem, dem reduzierten Edel-Design und der silbergrauen Karosserie.

Die Twin Power Hagane – vollgepackt mit feinsten Features.

Die Twin Power Hagane – vollgepackt mit feinsten Features.

Ich bin Keiner, der sich allzu intensiv mit Rollen-Technologie auseinandersetzt. Es gibt Menschen, die jedes Kugellager beim Namen kennen oder die die Explosionszeichnungen auswendig lernen, bevor sie das erste Mal ans Wasser stürmen. Wenn ich ganz ehrlich bin, bin ich auf dieser Ebene eine ziemlich faule Socke und würde das auch gern ändern. Ich befürchte aber, dass ich dazu zu stark den weniger technikaffinen und mehr emotionalen Anglertyp verkörpere, der mit seinen neuen Klamotten schnellstmöglich drauflosangelt und dann schon fühlt, ob mein Setup galaktisch, weltklasse, großartig oder einfach nur sehr gut ist. Aber vielleicht arbeite ich da ja noch ein bisschen an mir. Das kann allerdings noch ein bisschen dauern.

Und so kann ich euch in diesem Moment nicht viel mehr zur technischen Ausstattung sagen, als das, was im Katalog steht:

  • Made in Japan
  • Hagane-Getriebe und Hagane-Gehäuse
  • X-Ship-Getriebe
  • G-Free-Gehäuse
  • Spule aus kaltgeschmiedetem Aluminium (AR-C Spulendesign)
  • CORE PROTECCT gegen das Eindringen von Wasser in Rotor und Gehäuse
  • Bügelarm aus einem Stück
  • T-Knauf ab Größe 3000
  • 9 Kugellager plus 1 Walzenlager
  • Übersetzung Modelle 2500S und C3000: 5,2:1 / Modell 4000HG: 5,8:1
  • Das „S“ bei der 2500er steht für „Shallow“ und meint die flache Spule
  • Das „C“ bei der 3000er steht für „Compact“ und meint das kompakte Gehäuse
  • Das „HG“ bei der 4000er steht für „High Gear“ und meint die hohe Übersetzung (5,8:1)

 

So. Geschafft. Jetzt kann ich das Teil endlich angeln. Also ran an die Rute. Aber an welche denn? Eigentlich matchen die Exprides ja perfekt mit den superleichten Ci4+ Stradics. Und eigentlich sollte man da auch nix dran ändern. So eine Premium-Rolle schreit aber nunmal nach einer Premium-Rute. Also ran an meine stärkste Expride.

Und jetzt voll offensiv mit pinkfarbener Sufix Performance 8 (12er).

2500er Twin Power mit pinkfarbener Sufix Performance 8 (12er) an der Expride und obendrüber ein paar orangene Flossen – was will man mehr?

Und was soll ich jetzt noch großartig schreiben? Nur so viel: Alle Befürchtungen haben sich bewahrheitet. Ich fahre selber einen Passat und brauche eigentlich keinen Benz. Aber wenn man mal eine Weile mit dieser Rolle gefischt hat, kann man sich auch als Passat-Fahrer gut an das Benz-Gefühl gewöhnen. Das ist auf jeden Fall ein Schritt nach vorne. Keine Ahnung, ob ich die Rolle wieder von der Rute trenne. Freiwillig gehe ich den kleinen Schritt zurück wahrscheinlich nicht. Da wird’s den Mercedes-Fans nicht anders gehen.

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3 Kommentare

  1. Dr.Streuber, Karsten

    Geiles Teil. Endlich wieder eine wertige TP. Liegt als 4000er schon virtuell unterm Weihnachtsbaum.

  2. Bis welches Gewicht würdest du die 2500 TP belasten

    • Johannes Dietel

      Ich fische 2500er Rollen nicht über 50 Gramm (Bleiköpfe) und 25 Gramm (Wobbler). Für mich ist das eine Rollengröße fürs Barschangeln und leichte Zanderangeln. In der Regel werfe ich mit der Rolle nicht mehr als 30 Gramm (Jig) und keine Wobbler mit massiver Wasserverdrängung.

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