Das Making-of-Feature zum Shimano JDM-Clip

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Um den Release der Highend-Japan-Ruten-Serien und der passigen Rollen in Deutschland, Italien und Frankreich zu begleiten, hat Shimano bei Dustin einen Clip in Auftrag gegeben, der eigentlich jedem gefallen sollte, der Freude an schönen Angelbildern hat. Ich bin ein bisschen stolz, als einer von vier Protagonisten in einem der besten Angel-Promo-Streifen mitgespielt zu haben. Und weil ich hautnah dabei war, kann ich euch noch ein paar unterhaltsame Anekdoten zu einem turbulenten Videodreh servieren.

Zunächst einmal musste alles recht schnell gehen. Ich erfuhr an einem Freitag im November 2014, dass ich am Dienstag darauf für ein paar Tage nach Holland fliegen soll. Erst einmal um Dustin und seine Crew bei den Interviews mit Kosaka-san zu unterstützen und dann sollte ich neben Willem Stolk (Holland), Arnaud Brière (Frankreich), jenem Kosaka-san (Japan) und Dustin einer von fünf Anglern zu sein, der im Zeitraum von Donnerstag bis Sonntag beim Angeln mit diesem Material gefilmt wird.

Toller Auftrag, oder? Also ab in den Flieger nach Düsseldorf und mit Dustin und seinem Assistent Ruben weiter zum Shimano-Hauptsitz nach Nunspeet/Holland.

Mittwoch: Interviews mit Kosaka-san

Am Mittwoch trafen wir dann auf einen perfekt vorbereiteten Kosaka-san, seines Zeichens Rutenentwickler und -tester bei Shimano/Japan.

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Meine Aufgabe war, ihm zu erläutern, welche Zielfische wir mit welchen Ruten-Modellen befischen. In Japan gibt’s ja weder Zander, Barsche, Hechte noch Rapfen. Außerdem war ich dafür zuständig, Dustin und sein Team bei Laune zu halten. Das hätte mich fast mein Leben gekostet. Dustin fand‘s irgendwann gar nicht mehr witzig, dass ich ihn dauernd gefragt habe, ob er einen Kaffee haben will, obwohl er keinen mag. Nun ja, ich nahm meinen Job eben ernst.

Am Mittwochabend waren wir dann mit allen Modellen durch. Also den ganzen Kamerakrempel einpacken und ab zur nächsten Station. Willemstad am Hollands Diep. Hier sollten wir in einer Ferienhaussiedlung auf Willem und Arnaud treffen. Begleitet haben uns der in Holland fürs Marketing verantwortliche Gerard und Niki, der auch bei Shimano Holland arbeitet und ein ganz verrückter Angler ist. Mit Schlepptau hatten wir zwei Boote. Dustin‘s Nitro und Niki’s Aluflitzer.

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Wir kamen recht spät an, tranken noch eine Gutenacht-Hülse oder zwei und freuten uns auf den nächsten Tag. Angeln! Natürlich hatten wir einen Zeitplan. Da Kosaka-san am Freitagnachmittag heimfliegen musste, war klar, dass er am ersten Tag gefilmt werden würde.

Donnerstag: Nitro-Schock, Kosak San und Willem

Bevor es soweit war, mussten wir alle erst einmal einen Schock verkraften: Als Dustin sein Boot vom bereits zu Waser gelassenen Trailer fahren wollte, ging der Motor aus. Und er sprang auch nicht mehr an. Katastrophe. Ein Werbedreh – und das größte Vehikel zickt richtig derb ab. Es folgten Anrufe und eine SMS-Konferenz mit dem Verkäufer und mit der Werkstatt, in der Dustin das Boot extra für diesen Dreh noch einmal überprüfen ließ. Der wirklich extrem freundliche und hilfsbereite Kosaka-san telefonierte sogar nach Japan mit einem Kumpel, der den gleichen Motor fährt, um ein paar Tipps zu bekommen. Es half aber alles nichts. Die fahrbare XXL-Film-Plattform war platt und würde das auch bleiben.

Puh. Schlechte Laune am Set. Das muss man auch erstmal verkraften. Da leistet man sich eines der teuersten Angelboote, die in Deutschland rumfahren, lässt es auch noch einmal checken und dann säuft es direkt nach dem Anlassen wieder ab, um nicht mehr anzuspringen. Durchatmen. Stress rauslassen. Weitermachen. Hilft ja nix.

Wenig später ging Dustin mit Ruben, Willem und Kosaka-san auf Willems Boot. Der Rest machte es sich in Niki’s Aluschüssel bequem. Es war kein schöner Tag. Abgesehen vom Bootsmalheur war’s neblig, windig, wellig und geregnet hat es auch. Die Fische wollten auch nicht so richtig. Auf unserem Boot fing ich einen 40er Barsch und dazu kamen noch ein paar Zander und ein Dickbarsch, der kurz vor der Bordwand die Mücke machte.

Einschub: Fragt mich nicht, warum ich keine Fotos geknipst habe. Ich bin selber ganz enttäuscht, dass ich das Abenteuer bis hierhin nicht bebildern kann. Wahrscheinlich hatte ich mich voll auf meine Rolle als Protagonist eingeschossen. Echt doof…

„Team Niki“ war ja aber auch nicht entscheidend. Wichtig war, dass Willem und Kosaka-san Fische vor Dustins Kamera ziehen. Das hat dann auch gut geklappt. Unter einer Brücke fingen sie einen Zander nach dem nächsten. Die Stimmung an Bord war gut und die Atmo auf den Bildern hat auch gepasst.

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Wobei die Regie schon ein bisschen mit dem Wetter gehadert hat, da man befürchten musste, dass der Clip im Lowlight absäuft. Als wir Kosaka-san am Abend noch für ein paar Statements vor die kamera baten, sah es auch echt trüb aus.

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Freitag: Nikis Bruchlandung, Arnaud und Willem

Nächster Tag: Kosaka-san wurde Richtung Flughafen entlassen. Jetzt war Arnaud an der Reihe. Er sollte zu Willem aufs Boot, während Niki und ich den Tag zusammen auf seinem Boot verbringen würden. Bevor es losging, gab’s aber auch an diesem Morgen ein Drama zu überstehen. Niki turnte auf seinem auf dem Trailer liegenden Boot herum, um alles vorzubereiten. Als er abspringen wollte, verfing sich sein Fuß in einem Seil, das ihn auch nicht losließ. Und so landete er mit dem Oberkörper voran auf dem Asphalt. Der Fuß in einer Schlinge verdreht. Das sah übel aus. Zum Glück hat er sich gut abstützen können und auch den Kopf geschützt. Die linke Klebe war aber verdreht und schwoll auch schnell an. Als Fußballsachverständiger kam meine Diagnose wie aus der Pistole geschossen: „Bänderriss. Krankenhaus.“ Da hatte ich die Rechnung aber nicht mit Niki’s gestähltem Körper gemacht. Wer ein echter Holländer ist, beißt auf die Zähne und fährt erstmal angeln.

Also alle Mann an einen Fluss, vermutlich war es ein Rheinarm, die beiden Boote trailern und losangeln.

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Das Wetter war traumhaft schön. Die Sonne schien und die Fische bissen gut. Ich hatte schnell zwei Barsche und ein paar Zander. Niki fing auch Fisch und auch drüben auf dem Filmboot waren die Exprides und Adrenas recht oft krumm.

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Das war leider eine Momentaufnahme. Denn der Fluss stand unter dem Einfluss der Gezeiten und als die Strömung abnahm, nahmen auch die Bisse ab. Wobei wir immer noch ein bisschen was fingen. Hier und dort. Auf dem anderen Boot ging u.a. ein Meterhecht stiften. Aber einen schönen Esox hatten Willem und Arnaud ja  gefangen. Noch die Interviews von Willem und Arnaud, dann waren die beiden mit ihrem Part durch.

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Und so verabschiedeten sich Niki, Arnaud und Willem und ließen Ruben, Dustin, das defekte Boot und mich zurück. Mein Flieger hob am Sonntag um 18 Uhr ab. Wir hatten jetzt also noch 1 ½ Tage für Dustins und meinen Part. Allerdings vom Ufer, was die Sache nicht unbedingt einfacher macht, wenn man sich in der Gegend nicht auskennt. Die anderen hatten ihre Fische gefangen. Ich auch. Aber meine hat ja niemand gefilmt. Druck. Aber unter Druck sind die Sinne noch ein bisschen schärfer. Wird schon werden.

Samstag: Planänderung, Johannes und Barsche

Am nächsten Morgen fuhren wir dann zum Niederrhein. An den Ort also, an dem ich drei Wochen die Fisch&Fang-Weltmeisterschaft für mich entscheiden konnte. Zunächst sollte ich meinen Part zusammenfischen. Das Wetter war toll, die Laune super. Ich brauchte auch nur einen oder zwei vernünftige Fische und dann wäre der Dietel-Teil im Kasten gewesen. Auf dem Weg zum Spot filmte Dustin gefühlte 100 Mal, wie ich an Blumen, Kühen und Schilfhalmen vorbei die Hügel hoch und runter marschierte.

mov-walkDann folgte eine Sequenz mit Vorbereitungen. Schließlich durfte ich loslegen. Wie nicht anders zu erwarten, lief es bescheiden. Zwei Zanderschniepel. Mehr nicht. Aller Systemwechsel zum Trotz…

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Irgendwann war klar: Der Spot hier wird’s nicht reißen. Also zu der Schleuse, in der ich meinen zweiten Weltmeister-Barsch fing. Hier hatte ich einen Barsch nach dem anderen auf Rubberjig. Aber nur die ganz kleinen. (Ich habe den Tag erfahren, dass man auch in Holland nicht in Schleusenkammern angeln darf. Mache ich nie wieder.) Dustin hatte in der Zwischenzeit einen Kameramann anfahren lassen, der ihn filmen sollte, wenn wir mit mir durch wären. Nach einer kurzen Beratschlagung schickten wir jenen Jan direkt wieder heim. Konzeptumstellung. Dustin’s Part wurde gecancelt. Zu wenig Luft bzw. Zeit. Volle Konzentration auf mich. Der Druck wuchs.

Was tun? Zwei Optionen standen zur Wahl: Ein Hafen in der Nähe vs. Streetfishing in Amsterdam. Nach einem Telefonat mit Willem trafen wir die Entscheidung, es in dem Hafen zu versuchen. Ich hatte da ein besseres Gefühl. Außerdem sparten wir Fahrzeit und hatten folglich mehr Zeit zum Angeln.

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Hafenangeln: Das mit den Rubber-Jigs hatte ja ganz gut funktioniert an der Schleuse. Also Rubber-Jig. Es fing auch ganz gut an. Hier ein Barsch, da ein Barsch. Schöne Stimmungsbilder. Aber keine guten Fische. Bald würde es dunkel werden. Ich wollte unbedingt noch einen ordentlichen Fisch. Also Spotwechsel. An der engen Hafeneinfahrt machte ich eine Drehströmung aus. Die wollte ich befischen. Dustin traf noch einen Kumpel und unterhielt sich kurz mit ihm. Ruben und ich gingen vor zum Spot. Spannung. Wir schalten ins Präsens:

Ich mache den ersten Wurf, setze den Jig unten ab und zupfe ihn zentimeterweise zu mir heran. Er ist jetzt 5 Meter vor mir. Wumms. Was ein Biss! Boah. Anhieb. Rutte krumm. Endbarsch! Hier schwimmen auch Ü50er rum. Yes! „Dustin! Endfisch!“ Und dann ist die Rute wieder gerade. „Neeeeeee!“ Bitter. Das wär’s gewesen. Die Befreiung vom Fangdruck war so nah. Brutal. Weitermachen. Wo ein Barsch ist, ist noch einer. Dritter Wurf. Biss. Rute krumm. Richtig krumm. Angst. Nicht wieder verlieren.

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Gleichzeitig will der Kameramann schöne Bilder und gibt mir Instruktionen. „Willst Du mich verarschen? Der Fisch muss raus!“ „Bist Du jetzt die Regie, oder was?“ Ich bin auf jeden Fall nicht der Depp, der sich freiwillig dabei filmen lässt, wie er einen fetten Barsch verliert, denke ich mir und lande den Fisch.

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Jawollo! Der hat bestimmt 45 Zentimeter. In jedem Fall ein amtlicher Barsch. Ganz „lässig“ vom Ufer im schönen Abendlicht.

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Soll erfüllt! Hammer. Mit den nächsten Würfen fange ich noch zwei Barsche und einen 70er Hecht. Umso perfekter!

Es folgte ein gelöstes Abendessen, bei dem es ein Schluck Rotwein mehr sein durfte. Der Filmstress viel von uns ab, der kleine Landungsdisput war längst vergessen. Wir hatten morgen nicht mehr wirklich viel zu tun. Ein paar Barsche aus einer anderen Perspektive vielleicht. Und dann noch mein Interview. Letzteres bereitete mir allerdings eine schlaflose Nacht. Was soll man denn Schlaues sagen übers Spinnfischen und über die Angelrute an sich?

Sonntag: Abangeln und Interview Johannes

Am Sonntagmorgen ging’s dann nochmal in den Hafen. Erst angeln. Ich fing nochmal vier schöne Barsche.

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Dann das Interview.

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Den über Nacht auswendig gelernten Text musste ich auf Dustins Anweisung verwerfen. „Spontan ist immer besser.“ Aha. Also:

„Das Schöne am Spinnangeln ist, dass man sich immer weiter verbessern kann. Man ist niemals fertig. Es gibt so viele… äähhh… Methoden und Köder, dass man aus jedem Angeltag neue Erkenntnisse mit nach Hause bringen kann. Ich angle am liebsten mit Finesse-Methoden auf Zander und Barsch. Dazu brauche ich feines Gerät, das es mir erlaubt, leichte Köder weit zu werfen, die Köder sauber zu führen und einen Gegner aus einer höheren Gewichtsklasse parieren.“

Wahre Worte! Und diese Ruten und Rollen, die wir da fischten sind dazu zweifellos in der Lage. Die leichten Exprides und Poison Adrenas sind die besten Barschruten, die ich je gefischt habe. Ich werde sie euch in den nächsten Tagen die Serien und einzelne Modelle vorstellen.

 

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