Mit der Fliegenrute auf Meerforellen

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Liebe Besucherinnen und Besucher,

das heutige Angelwetter war eine echte Katastrophe. Mit meinen Angelfreunden war ich trotzdem bei starkem Wind und noch stärkerem Regen mit der Spinnrute unterwegs. Saza und Bernd fingen jeweils einen Grönländer, ich konnte gerade mal einen Fehlbiss verzeichnen. Klatschnass ging es dann bald wieder zum Aufwärmen in die Bude.

Der Alltag des Meerforellenanglers kann hart sein, das gehört einfach dazu. Sehr hart trifft es einen aber auch, wenn man hinter dem Blinker bzw. Küstenwobbler wiederholt nur Nachläufer oder Anschieberfehlbisse bekommt, aber kein Fisch am Köder hängen bleibt. Es gibt nichts frustrierenderes, als zu wissen, die Meerforellen gefunden zu haben, sie aber nicht fangen zu können. Aber es gibt einen Alternative: die Fliegenrute!

Meerforellen sind eigentlich absolute Fressmaschinen: in nur 2 Jahren erreichen sie eine Körpergröße von 35-45 cm! Fresspausen sind da für diese Art nicht drin, allerdings spezialisieren sich die Fische phasenweise sehr auf ein Nahrungsschema. Gerade für die küstennahen Räuber ist das viel öfter die z.B. Garnele als Fischnahrung wie z.B. Sandaale oder Heringe. Sehr gerne werden auch eher standorttreue Kleinfische wie Grundeln oder Stichlinge gefressen. Im Frühjahr kommt dazu die Zeit, in der die Seeringelwürmer zum Laichen ausschwärmen und im Freiwasser unterwegs sind. Dann fressen unsere Mefos fast nichts anderes. Offenbar brauchen sie diese Spezialisierung, um aus den wechselnden Nahrungsresourcen das Optimum an Zuwachs zu erreichen.

Alle genannten Mefo-Nährtiere lassen sich wunderbar als Streamer- Imitationen selbst herstellen oder kaufen. Natürlich kann man sie als Springerfliegen oberhalb des Blinkers anbieten, oder eine Sbirolino- Montage verwenden. Die eleganteste Art ist aber die Fliegenrute. Ich habe dafür eine Rute der Klasse 6 für wenig windige Bedingungen und eine der Klasse 8 für stärkeren Wind. Beide Ruten kommen aus der 4 Pro X Serie von G-Loomis. Die Rollen sind die Biocraft Fliegenrollen von Shimano in der Klasse 5/6 bzw. 7/8. Als Fliegenschnüre empfehle ich auf jeden Fall eine Intermediate (langsam sinkende) WF-Schnur. Schwimmschnüre gehen bei Windstille, aber die ist an der Küste selten. Für die 6er Rute benutze ich eine 7er Schnur und für die 8er eine 9er, also jeweils eine Klasse höher als die Rute, um mit wenigen Schwüngen ordentlich Zug aufzubauen. Mit der knapp unter der Oberfläche laufenden Schnur bekommt man besonders bei seitlichen Winden keinen Schnurbogen und hat einen guten Köderkontakt. Das ist elementar wichtig. Von der vergleichsweise ( zur Spinnrute) geringen Reichweite sollte man sich nicht abschrecken lassen, mit ein wenig Übung sind recht bals 20m Wurfweite drin. Als sehr praktisch emfinde ich den sogenannten Schusskorb, in dem man die von Hand eingezogene Fliegenschur beim Einstrippen einsammelt und im Wurf wunderbar wieder heraus schießen lassen kann. Mich fasziniert beim Fliegenfischen am meisten die unvergleichliche Direktheit, alles ist pure Handarbeit! Die für passable Würfe notwendige Koordination der Bewegungsabläufe ist ein absolut spannendes Training und macht extrem Spaß. Aber die „Fusselwerferei“ ist nicht nur Liebhaberei, es ist ganz oft einfach auch die fängiste Methode. Auch in den vergangenen Tagen fing ich mindestens die Hälfte meiner Mefos mit der Fliegenrute. Es fühlt sich einfach gigantisch an, wenn die Fliegenrute beim hammerharten Anbiss auf den Streamer von jetzt auf gleich den Halbkreis macht. Also traut Euch!

Dabei fällt mir ein: ich hab Euch ja gar nicht die 5er Biocraft Fliegenrute im Einsatz auf Rotaugen vorgestellt, dabei seht ihr dann auch den Schusskorb. Also wenn das Wetter morgen wieder so fies ist…

Viele Grüße von Jochen Dieckmann

Bernd landet eine Gröni, die auf seine Springerfliege gebissen hat

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Erfolgsmuster war hier eine eher unauffällige " Magnus"

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 dänischer Klassiker: die voluminöse Garnelenimitation "Pattegrisen"

dänischer Klassiker:
die voluminöse Garnelenimitation „Pattegrisen“

die obere der  beiden "Magnus" hat Bernd ziemlich verangelt

die obere der beiden „Magnus“ hat Bernd ziemlich verangelt weil viel damit gefangen

Hauptsache Auge! Grundel-Muddler aus Rehaar sind häufig meine Favoriten

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Meine Garnelen binde ich eher etwas sparsamer, so werfen sie sich deutlich besser und fangen trotzdem!

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oder wie wär`s mit Sandaal?

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Küsten-Fliegenfischer`s Traum: ein schöner und windstiller Sonnenuntergang

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auch an der Küste eien Hit Kombo: 6er Loomis mit Biocraft-Rolle

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und das bei Sonnenschein vormittags

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und blieb dabei am Einhänger hängen

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