Harter Fight am Möhnesee

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Ihr kennt das alle sicher. Zumindest ein bisschen: Da fiebert man auf ein Angelabenteuer hin, macht sich tagelang heiß, packt sich die schönste Ködertasche der Welt zurecht, bespult die Rollen nochmal neu und investiert fast einen ganzen Tag in die Tackle-Perfektionierung. Dann ballert man los ans Ziel. Nimmt am Freitag noch zwei Staus mit. Bespricht sich auf der Fahrt, versucht die Erwartungshaltung runterzuschrauben und trotzdem brechen die Hoffnungen und Wünsche über einem zusammen wie ein Kartenhaus, wenns nicht so läuft wie man sich das vorgestellt hat.

Auch das ist Angeln. Trotzdem kann auch ein durchwachsener Angeltrip Lust aufs Hobby machen. Und wenn man ein bisschen Glück und Durchhaltevermögen mitbringt, geht man vielleicht doch nicht ganz ohne Fisch nach Hause – ohne Erfahrungszugewinn ja sowieso nicht.

Ich blicke auf ein zähes Wochenende zurück: Mit ca. 30 Barsch-Alarmern war ich am Möhnesee, um dort so richtig schön auf Barsch zu angeln. Um die Jahreszeit sollen die Barsche oberflächennah aktiv sein und immer wieder zum Rauben hochkommen. Topwater-Time ! Und der Möhnesee ist ein Gewässer mit Dickbarsch-Potential. Da kann’s schon mal passieren, dass man die 40er gleich reihenweise verhaftet.

Mit solchen Aussichten im Gepäck fährt man doch gern mal 550 Kilometer, um zusammen mit den Jungs zwei Tage richtig Spaß zu haben. Den Gefallen haben uns die Barsche aber nicht getan. Die Fische standen leider mehrheitlich tief. Richtig tief. Und zwar im Freiwasser zwischen 20 und 10 Metern. Und so richtig beißen wollten sie auch nicht. Wir hatten große Mühe, überhaupt ein paar gute Barsche zu fangen. Während der gesamten Veranstaltung fielen gerade mal zwei Fische über 40 cm. Ein 46er und ein 44er.

Als Ortsunkundige mussten wir erst einmal das Gewässer für uns erschließen, was in 2 Tagen eigentlich nicht machbar ist. Letzen Endes konzentrierten wir uns dann auf ein paar Spots. Darunter die Delecker Brücke, der Mäuseturm, der Bootsanleger an der Sperrmauer und das Gebiet vor dem Campingplatz. Fische haben wir an jedem dieser Spots gefangen.

staumauer-barsch

berndbarsch

Dabei haben sich zwei Methoden als besonders erfolgreich herauskristallisiert. Am Samstag fingen wir einigermaßen gut mit modifizierten Spin-Jig. Je größer das Blatt, desto besser die Aussichten, dass ich ein Barsch auf den Köder stürzte. Und so habe ich nach einiger Zeit meinen schwersten Jig-Spinner genommen und schweren Herzens einen 4er Vibrax-Spinner zerlegt, um das fette Spinnerblatt gegen das schlanke Original-Blatt auszutauschen. Ich habe mir ein Barschblatt ausgesucht, das hinter einem Maränen-Body hinterher lief. Das hat die Jungs und Mädels im Streifenkleid sichtlich provoziert und für heftige Attacken gesorgt.

spin-jig-modifizierung

spinjig-barsch

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In Kombination mit einem Beifänger war das dann phasenweise ein fängiges System, mit dem man einigermaßen schnell die Wassersäule absuchen konnte. Einfach durchsinken lassen und dann stufenweise hochholen. Mal ruppig, mal gleichmäßig. Interessanterweise war die Bissfrequenz dank Beifänger höher. Aber es hat nur ein Barsch auf den Twister am Seitenarm gebissen.

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Am Sonntag fingen wir dann viele Barsche im Flachwasser. Am Möhnesee heißt das in Tiefen von 5 bis 10 Metern. Bzw. über diesen Tiefen. Schließlich hatten wir jetzt auch Erfolg mit Wobblern und Stickbaits. Wobei „Erfolg“ ja immer relativ ist. In Relation zu den Erwartungen waren diese Barsche hier eher kein Erfolg.

sonntagsbarsch
Aber man soll ja niemals aufgeben. Und so starteten wir den 4. Versuch an der Delecker Brücke. Hier ließen wir Dropshot-Rigs im Mittelwasser tanzen. Schließlich hatten wir mit eigenen Augen gesehen, dass die einheimischen Cracks damit zumindest ab und zu einen etwas besseren Barsch fingen.(Gesehen hatten wir an diesem WE einen 35er, berichtet wurde uns von einem 40er.)

dropshotten

Da. Ein zarter Zupfer. Anhieb! Und plötzlich war meine Diaflash tatsächlich krumm. Nach kurzem Drill kam dann auch ein schöner Brückenbarsch an die Oberfläche.

moehnebarsch

Bei dem blieb’s dann zwar – aber immerhin: Am Möhne-Top-Spot No. 1 mit einer Methode, die ich bislang noch nie angewendet habe. Das passt doch. So ist Angeln und es hätte ja auch noch schlechter laufen können…

Trotzdem hoffe ich, dass sich eure Erwartungen an euer Angelwochenende umfassender erfüllt haben.

Johannes

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