Es ist immer noch Mai – ich muss raus auf die Hechtjagd

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Während sich meine Blog-Kollegen mit Fliegen und Forellen beschäftigen, hat der Mai für mich eine ganz andere Bedeutung.
So wie Dezember, Winter und Weihnachten in einen Topf gehören, so ist der Mai, ein glasklarer See in Brandenburg und Hechtangeln eine Kombination, auf welche ich mich jedes Jahr erneut freue. Da sonst eher der Barsch mein Zielfisch ist, freue ich mich nach der langen Winterpause um so mehr auf einen knackigen Hechtbiß. Was für mich hier unbedingt mit ins Boot muss und wie mein erster Angeltag 2015 verlief, erfahrt ihr hier.

Endlich ist es soweit. Morgen geht es raus an den See. Um die 15 Grad, sonnig-bedeckt, recht frischer (3-4 bft) Wind aus West und kein Regen sind angesagt. Normal gar nicht solch schlechte Bedingungen, wenn Hecht auf dem Programm steht. Um 8 Uhr will ich am See sein. Daraus wird nichts. Ich komme später als geplant aus dem Haus, dank Bahnstreik herrscht auch übler Verkehr auf den Strassen und so wird es knapp 10 Uhr, als ich endlich die ersten Ruderschläge mache. Schön ist es hier. Verdammt schön. Jedes Jahr erneut hat das glasklare Wasser eine faszinierende und auch beruhigende Wirkung auf mich. In der Regel fange ich (andere schon 😉 ) nicht mal gute Fische hier. Meist nur viele „Dartpfeile“. Aber es ist Mai und der See ruft. Die Klatschen vergangener Zeiten sind weniger präsent, als die Hoffnung, den Bann zu brechen. Bekomme ich es heute hin, meine Barschköder in den Boxen zu lassen und konsequenter die größeren Hechtköder zu benutzen? Ich nehme es mir vor. Schließlich bin ich dafür ja hier.

Haut ab! Ich will an den See.

Haut ab! Ich will an den See.

glasklares Wasser, Wasserpflanzen und Futterfisch.

glasklares Wasser, Wasserpflanzen und Futterfisch.

 

Für mein Vorhaben habe ich 3 Ruten dabei: meine geliebte Yasei „Spinning Pike XH“ (40-120gr). Die Rute befördert jeden meiner Köder zielsicher und vor allem weit hinaus. Egal ob am Bodden oder am Binnensee – geht es auf Hecht, ist diese Rute Eine für Alles. Ein wahres Allroundtalent. Mit 165 Gramm superleicht, so dass mir nicht schon nach 2 Stunden Arm und Rücken schmerzen. Perfekt kombiniert mit einer 4000er Stradic Ci4 (welche auch superleicht ist) und einer 0.15ner Power Pro. Fertig ist die Hechtkombo. Selten habe ich so viel Freude an einer Kombo gehabt, wie hier.

Yasei Spinning Pike XH

Yasei Spinning Pike XH

Da ich nicht den ganzen Tag Gummis durch die Gegend werfen will und das Angeln mit Jerkbaits seinen ganz speziellen Reiz hat, muss natürlich auch eine Jerkbaitrute dabei sein. Jerkbaits sind zum Teil sehr schwer. Daher fallen die Ruten oft auch bretthart aus und „biegen“ sich erst, wenn ein Großfisch den Köder gepackt hat. Nun beißen leider nicht jeden Tag Großfische. Weiterhin sind Jerks der oberen Gewichtsklassen nicht meins. Ich bin Barschangler. Ich mag es leicht. So jerke ich am liebsten mit Baits von Aad Dam, einem holländischen Angler und Köderbauer, welcher fantastische Jerkbaits herstellt. Diese sind um die 13cm – 18cm groß und dabei recht leicht. (30-50 Gramm). Diese Leichtgewichte an einem „Besenstiel zu werfen und dann einen 60er Hecht ohne Aktion der Rute zu drillen – nein Danke!

Daher benutze ich zum Jerken eine sehr feine, aber dennoch ausreichend kräftige Gloomis „CR 723 IMX  Med-Heavy“. 6″ lang, 1/4-3/4oz Wurfgewicht. Die Wurfgewichtsangabe ist wie so oft bei Gloomis-Ruten nicht mal ansatzweise am Ende der Fahnenstange angekommen. Zum Schwarzbarschangeln entwickelt, zum jerken missbraucht. Dem feinen, grazielen Stöckchen sieht man seine Power nicht an. Des öfteren haben mich Angelkumpels schon gefragt, „Was, mit dem Stäbchen willst du jerken?“. Oh ja! Kaum ein anderer Rutenhersteller schafft es, so viel Power in so filigrane Ruten zu packen. Gloomis ist hier wahrer Meister. Schlussendlich habe ich das was ich will – eine leichte, aber dennoch sehr kräftige Rute, welche auch bei kleineren Hechten Drillspaß bietet und dabei trotzdem genügend Reserven hat, einen Großfisch zu landen. Zum Jerken empfiehlt sich unbedingt eine stabile Multirolle. Ich benutze hier eine Curado 201 Linkshand. Kräftig, flaches Profil, wurfstark und leicht.

3 Ruten - ein Zielfisch

3 Ruten – ein Zielfisch

Wenn die Hechte mal wieder nicht so wollen, wie ich es gerne hätte, dann kann ich gar nicht anders, als die Barschrute auszupacken. Da in dem See jedoch mehr Hecht als Barsch anzutreffen ist, habe ich heute eine etwas stärkere Barschrute im Gepäck – die Gloomis „Jig&Worm BSR802 1/8-1/4oz“. Rechnet man das Wurfgewicht um, so stehen auf dem Papier 3,5-7 Gramm Wurfgewicht. Klingt nicht nach einer stärkeren Barschrute, oder? Gloomis halt *g*. Auch hier gilt: filigrane Rute mit verdammt viel Bumms! Mit der Rute fische ich locker bis zu 30 Gramm Köder. Kein Problem. Leichter geht selbstverständlich immer. Mein Liebling für große Barsch- bzw. kleinere Hechtköder. Abgerundet wird das Setting mit einer 2500er Biomaster.

Gloomis Jig & Worm

Gloomis Jig & Worm

Ruten und Rollen ohne Köder bringen natürlich keinen Fisch. Und so schleppe auch ich an diesem Tag wieder etliche Boxen randvoll gefüllt mit Gummi und Co. mit ins Boot. Ob jemals der Tag kommt, wo ich mal nur mit „Handgepäck“ ans Wasser gehe? Am Ende fische ich doch eh nur mit einer handvoll Köder. Aber ich kann nicht anders. Wenn ich mich einschränken müsste, dann hier mal ein paar Köder, die meiner Meinung nach in keiner Hechtbox fehlen dürfen.

Rapala „Super Shad Rap“:
kein Geheimtipp, jahrelang am Markt (warum wohl?) und immer eine Bank, wenn es auf Hecht gehen soll. Geworfen am besten mit der Multirolle, da der Köder an der Stationärrolle gern dazu neigt, sich mit den Drillingen in der Schnur zu verfangen. Geschleppt läuft er in einem Bereich um die 3 Meter. Für viele Gewässer eine optimale Tiefe. Sein bauchiger und wuchtiger Körper flankt schön, was oft ein Schlüsselreiz für die Hechte ist. Mit 14cm und 45 Gramm eine gute Größe, alle Hechte im See zum Zupacken einzuladen.

Rapala Super Shad Rap - ein Klassiker!

Rapala Super Shad Rap – ein Klassiker!

Storm „Wildeye Live“ Serie:
Oh ja, mein absoluter Favorit. Hechte lieben diesen Köder. Sie müssen einfach draufballern. Ich habe es an anderer Stelle hier im Blog schon einmal vorgestellt. In klein (10cm) und in groß (15cm) – dieser Köder muss mit! Es gibt Tage, da empfiehlt es sich, den Bauchdrilling zu entfernen. Die kleineren Hecht werden es euch danken.

Storm Wildeye Live - ein Hechtmagnet

Storm Wildeye Live – ein Hechtmagnet

was ein wuchtiger Haken!

was ein wuchtiger Haken!

Storm „Wildeye Seeker Shad“:
Müsste ich mich auf eine Box einschränken, dann würde auch der Seeker Shad nicht zu Hause bleiben. Haben wir im Bekanntenkreis doch einfach alle schon zu gut mit dem Teil gefangen. Wie für die Wildeye Live Köder gilt auch für den Seeker Shad: auswerfen, in gewünschte Tiefe absinken lassen, einkurbeln. So einfach ist das mit den Teilen. Wenn die Hechte am Platz sind und wollen, dann werden sie diese Köder attackieren.

Storm Seeker Shad - eine böse Waffe

Storm Seeker Shad – eine böse Waffe

Zurück zum Angeltag. Auf dem Weg in mein heutiges Zielgebiet mache ich an einem Spot halt, zu welchem mir ein Kumpel mal gesagt hat „Hier kannst du dir fast immer einen Hecht abholen“. Oft war das auch so. Und auch heute bekomme ich nach kurzer Zeit einen Nachläufer (immer wieder toll bei dem klaren Wasser) zu Gesicht. Ein paar Jerkschläge später hängt dann auch der erste Fisch am Haken. Nur um die 50cm, aber für den Einstand ins neue Angeljahr und in den Tag völlig ok. In der Frequenz kann es gern weiter gehen.

Auf einem Plateau mache ich den nächsten Stop. Um die 2-4m ist es hier tief bzw. flach. Ein gutes Gebiet um weiter die Jerks fliegen zu lassen. Aber es tut sich nichts. Ich wechsel auf einen Rapala Super Shad Rap und bekomme kurze Zeit später einen bösen Einschlag. Da es nicht sehr tief ist, ballert der Hecht auch gleich durch die Wasseroberfläche. Das hat schon was. Da können sich die Barsch mal was abschauen. Vor dem Boot gibt der Fisch nochmal Gas. Der ist besser. Kurze Zeit später ist er im Boot und mit 90cm mal gar kein Schlechter. Ich freue mich. Wenn das so weiter geht…

ein Schaumschläger

ein Schaumschläger

Hecht-Power

Hecht-Power

ja, so sieht Freude aus ;-)

ja, so sieht Freude aus 😉

Geht es aber nicht. Leider. Ich versuche viel. Alle Tiefen. Viele Stellen. Selten kleine Köder. Ich bekomme ein paar Dartpfeile auf die kleinen Köder und Fehlbisse auf die großen Gummis. Das sind wohl auch die halbstarken Hechte. Die Großen wollen nicht, sind nicht da oder ich einfach zu blöd. Man weis es nie. Auch das ist der Reiz unseres Hobbys. Adrenalin und Motivation liegen oft nur ein paar Minuten entfernt von Frustration und Aufgabe.

Es ist 19 Uhr und ich habe Rückenschmerzen. Ich habe keinen Bock mehr auf große Gummis, Jerks oder Wobbler. In der Bucht, wo die Boote liegen bin ich mitlerweile auch wieder angekommen. Gleich ist die Sonne weg. Hat sich heute eh zu oft hinter den Wolken versteckt. 4 Hechte sind es bisher. Mit dem 90er ganz ok, aber für nen ganzen Tag peitschen, wären ein paar Brutalobisse mehr doch ganz geil gewesen.

Ich packe die Barschrute aus, montiere einen 10 Gramm Storm Gomoku Spin-Jig und feuer das Teil vor eine Schilfkante. Bumm! Fehlbiß. Gleich nochmal da hin. Hängt! Gattung „Hecht“ 😉

Das mache ich noch bis kurz vor 21 Uhr und fange noch 4 weitere Hechte. Alle eher klein. Ein knapp 60er sorgte aber nochmal für ein Lächeln.

Erschöpft entlade ich das Boot und belade das Auto. Wenn man jetzt erzählt, ich habe an einem Tag 9 Hechte bis 90cm gefangen, dann klingt das gar nicht mal so schlecht. War es ja auch nicht. Auch wenn man immer irgendwie mehr will – mehr große Fische. Mehr Bisse. Mehr Action. Aber so ist es wohl selten. Was bleibt ist die Vorfreude auf den nächsten Angelausflug. Die ist selbst nach einem „Schneidertag“ schon auf dem Heimweg verdammt groß…

Danke für´s Vorbeischauen und viel Spass am Wasser.

Mögen die Hechte mit Euch sein.

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Ein Kommentar

  1. Hallo Tino,
    sag mal welcher wild eye life ist genau das auf dem Bild? Ich meine den dunklen ist das der Gizzard?

    Mit freundlichen Grüßen
    Daniel

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