Es ist Herbst – auf an den Peenestrom

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Die Frau ist bei einem Geburtstag. Die Kinder bei der Oma. Zustände, wie Ostern und Weihnachten zusammen. Freizeit = Angelzeit. Wo kann es nur hingehen? Ganz klar – an den Peenestrom!

Schnell sind zwei Kumpels organisiert und die wilde Fahrt kann losgehen. Da Lars und Enrico kein Boot mehr frei haben, nehmen wir halt das Eigene. Auch nicht schlecht.

Mit dem Peenestrom verbindet mich eine lange Hass-Liebe. Zum einen ist es ein extrem schwieriges Gewässer. Einstrom, Ausstrom, „Keinstrom“ – es gibt immer einen Grund, warum am Peenestrom heute kein Fisch beißen will und wird. Mal reichen auf den durchschnittlich 4-5m Wassertiefe 14 Gramm um entspannt zu angeln und mal bzw. viel zu oft kommt man mit 40 Gramm gerade so am Grund spürbar an. Dann habe ich schon viel zu oft erlebt, dass man am Peenestrom locker 3 Tage am Stück angeln kann, und nur einen Biß bekommt. Das ist Angeln für Motivationskünstler. Hier wird einem nichts geschenkt.

Im Gegenzug belohnt der Peenestrom die Glücklichen oder die Harten mit ganz besonderen „Geschenken“. So passiert es immer wieder, dass genau dieser eine Biß in 3 Tagen ein toller Ausnahmefisch ist. Seit 2003 fahre ich an den Peenestrom. 3 Mal habe ich hier meinen Hecht-PB (personal best) verbessert und neu definiert. Der Peenestrom kann dir immer mal nen „Dicken“ ausspucken. Und wenn er auch noch so hart zu dir ist – genau deshalb fahren wir hier her. Meine Fänge sind da noch verhältnismäßig „klein“. Kumpels und Bekannten haben im Peenestrom schon Hechte bis 1,20m und Zander bis an die Metermarke.

20.06.04 - PB 90cm

20.06.04 – PB 90cm

12.06.06 - PB 98cm

12.06.06 – PB 98cm

21.06.08 - PB 105cm

21.06.08 – PB 105cm

02.11.12 - 106cm

02.11.12 – 106cm

Jetzt beginnt langsam die Zeit, wo mein Freund der Barsch in den Peenestrom einzieht. In ordentlicher Stückzahl und vor allem in stattlicher Größe. Ein Fest für jeden Barschangler. Dazwischen sind dann immer noch ein paar Zander. Diese sind im Gegensatz zum Sommer um diese Jahreszeit im Peenestrom meist kleiner. Aber hey – Biß ist Biß und Fisch ist Fisch.

Die Saison beginnt gerade erst. Das war uns klar. Aktuell soll aber schon der eine oder andere Barschschwarm durchgezogen sein. Aber eigentlich auch egal. Den Luxus, mir meine Angelzeit nach den Fischen auszurichten habe ich nicht. Ich muss und kann Angeln gehen, wenn die familiäre Situation es zulässt.

Um 3 Uhr klingelt der Wecker. Um 4 Uhr stehe ich vor Michas Tür. Um 5 Uhr sind wir bei Oskar. Wir steigen um und mit Boot im Gepäck geht es mit aufgehender Sonne nordwärts. Gut gelaunt sind wir gegen 8 Uhr im Hafen von Zecherin, wo man super slippen kann. Alle ist super, bis uns Lars erzählt, dass ja gar kein Wasser im Strom ist. Stimmt. An der Slipprampe fehlt irgendwie nen Meter. Der Wind auf dem Meer „zieht“ das Wasser raus, aber auch wieder rein. Heute sollte also der Tag sein, wo das ganze verf….. Wasser zurück kommt. Heute wird´s schwierig sagt der Lars. Der wird´s wissen . Der angelt jeden Tag hier. Naja, jetzt sind wir hier. Ich kenne das eh nicht anders, warum also aufregen. Es wird schon irgendwas gehen.

Wir düsen auf den Strom und haben eigentlich nicht so richtig einen Plan. Wir fahren den ersten Spot an, wo es in der Vergangenheit schon mal Fisch gab. Das Nachbarboot fängt einen Zander. OK, kann losgehen. Wir sind bereit. Geht es aber nicht.

Wir fahren ein Plateau zwischen zwei Fahrrinnen an. Auch hier geht immer mal was. Und siehe da – mein Dropshotrig fängt den ersten Zander. 1:0:0 – Bääm! Ein paar Fehlbisse gibt es noch, doch mehr passiert nicht. Also weiter auf dem Strom. Wir fahren meinen absoluten Lieblingsspot an. Leider und völlig untypisch tut sich hier gar nichts.Das ist gar kein gutes Zeichen.

Warum beisst heute nichts?

Warum beisst heute nichts?

Wohin? Auf nach Karlshagen. An der Rinne oder auf der „Ebene“ muss doch was gehen.

Auf gehts!

Auf gehts!

Und siehe da – es geht auch was. Wir fangen kleine Zander und ich bekomme einen schönen 37er Barsch auf einen „SlopHopper“. So soll das sein. So macht das Spaß. Bitte mehr davon. Es wird mehr. Mehr Fisch und deutlich mehr Regen. Von 0 Millimeter Niederschlag auf „ich kipp die ganze Scheisse auf einmal über euch aus“. Shimano hat Regenbekleidung im Programm. Kipp du doch deine Eimer aus. Mir doch egal.

nen Schöner. Leider Einzelgänger.

nen Schöner. Leider Einzelgänger.

Standard heute

Standard heute

macht trotzdem Spaß

macht trotzdem Spaß

habe auch mal einen ;)

habe auch mal einen 😉

Oskar auch

Oskar auch

Micha hat heute den Dreh raus

Micha hat heute den Dreh raus

Am Ende des Tages zeigt unser 3-Mann-Klicker 17 Fische an. Keine Kapitalen diesmal. Aber ein paar schöne Fische waren schon dabei. Es kann ja nicht jeden Tag Trophys geben. Wir sind zufrieden und treten gegen 19 Uhr wieder die Heimreise an.

Endergebnis

Endergebnis

Und natürlich kommen wir wieder …

schön hier

schön hier

Ein paar Situation habe ich für Euch auch noch als Video 😉

Tackle im Peenestrom:

Grundsätzlich braucht es hier stärkeres Gerät. Die leichten „Barschflitschen“ kann man zu Hause lassen. Wenn die Bedingungen es zulassen, dann kann aber ruhig eine mittelschwere Barsch/Zanderrute im Gepäck sein. Am feinen Gerät machen kleinere Fisch einfach mehr Spass.

Für das mittelschwere Angeln im Peenestrom nehme ich sehr gerne die „Yasei Speed Jigging“ in 2,15m mit 7-28 Gramm Wurfgewicht.

Eine tolle Rute. Leicht und straff. Power und finesse. Barsch und Zander machen hier wirklich Spaß. Und auch mit 35 Gramm Jigköpfen kommt die Rute klar. 2,15m sind ideal kurz für das Bootsangeln. Aber immer noch lang genug, um den Köder weit werfen zu können. Eine Rolle der 2500er-Klasse passt super zu der Rute. Ich nutze eine 2500er Rarenium.

Für die größeren und schwereren Köder auf Zander und Hecht nehme ich die „Yasei Spinning Pike XH“ in 2,50m mit 40-120 Gramm Wurfgewicht.

Wie an anderer Stelle hier in diesem Blog schon erwähnt, meine Lieblingsrute in der „Schwergewichts-Liga“. Das meint aber nur die Köder. Nicht das Gewicht der Rute. Diese ist in Kombination mit einer 4000er Stradic CI4 immer noch fantastisch leicht, um damit den ganzen Tag ermüdungsfrei zu fischen.

Yasei Pike Spinning XH

Yasei Pike Spinning XH

Je nach Situation im Strom braucht ihr dann noch Jigköpfe bis zu 50 Gramm. In der Regel reichen 18-21 Gramm, aber wenn der Wind straff ist und der Strom ein- oder ausströmt, dann sind die schweren Bleikugeln unabdinglich.

Ganz spezielle „Peene-Köder“ kenne ich nicht. Erstaunlich ist, dass ich oft erlebt habe, dass große Hechte auf relativ kleine Barsch/Zanderköder um die 10cm gebissen haben. Man muss also nicht immer die „Monsterlappen“ durch die Gegend werfen. Meist ist die Peene recht trüb. Ein paar Schockfarben sollten also im Gepäck sein.

Unbedingt dabei sollte auch ein großer Kescher sein. So einen kleinen, klapprigen Handkescher vom Vereinssee könnt ihr am besten gleich zu Hause lassen. Am Peenestrom braucht man was stabiles. Einen Rapala Pro Guide Kescher zum Beispiel. Gummiertes Netz, stabiler, fast rechteckiger Kescherkopf aus Alu und vor allem groß genug, dass auch ein „Peeneschiff“ darin Platz hat. So nen Barsch wie hier passt natürlich auch rein 😉

sicher ist sicher

sicher ist sicher

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