Die Sucht nach Silber – Teil 1

Beitrag enthält Werbung

Klar kann Schleppen langweilig sein. Zumindest wenn man überhaupt zum Schleppen kommt. Was bei unserer ersten improvisierten Ausfahrt auf Lachs nicht wirklich der Fall war. Denn schon beim Rauslassen der ersten Rute krachte kurz hinterm Boot der erste Silberbarren auf das bunte Blech. Terror an der Oberfläche – und mein Kollege am anderen Ende der Leine völlig perplex! Die Bremse war noch nicht richtig eingestellt, so dass der Fisch leider verloren ging. Was allerdings nicht so dramatisch war, weil keine fünf Minuten später – wir waren immer noch mit dem Ausbringen der ersten Montage beschäftigt – schon der zweite Lachs einstieg und diesmal nach explosivem Drill gekeschert werden konnte.

Was für ein Auftakt! Danach war zwar erst mal etwas Ruhe, aber am Ende des Tages hatten wir zu dritt fünf Lachse gelandet, womit wir mehr als zufrieden waren. Mehr als zufrieden? Wir waren angefixt!

Seit dieser ersten Tour, die schon ein Weilchen her ist, waren wir noch ein paarmal auf der Ostsee vor Rügen auf Lachs unterwegs, und werden es hoffentlich noch häufig sein. Selbst wenn – und das ist natürlich der Normalfall – nicht dauernd was beißt, hat man mit dem Setup des Systems beim Schleppen über 30 bis 40 Metern schon ein bisschen zu tun, wenn man möglichst die komplette Wassersäule zwischen Oberfläche und Grund bespielen möchte.

Wir haben meistens 4 Ruten an zwei Downriggern draußen, jeweils doppelt bestückt (der eine grundnah und auf etwa der Hälfte der Wassertiefe, der andere auf etwa Dreiviertel und einem Drittel). Dazu je ein bis zwei Ruten seitlich mit Paravan auf ca. 2 bis 8 Metern am Sideplaner bzw. Planerboard und manchmal noch eine Rute mittig hinterm Boot direkt an der Oberfläche.

Dabei war es erstaunlich zu sehen, dass die Lachse ihre Pelagialität offenbar recht ernst nehmen und durchaus zur gleichen Zeit in ganz verschiedenen Wasserschichten aktiv sind: In kurzem Abstand aufeinander folgende oder sogar gleichzeitige Einschläge an der tiefsten und der flachsten Montage kamen jedenfalls vor.

Als Köder haben wir größtenteils die üblichen verdächtigen Lachsblinker in diversen Formen und Farben am Start, ohne dass sich da bislang irgendwelche wunderwaffenhaften Favoriten herauskristallisiert hätten.

Bei der Schleppcombo ist natürlich eine zuverlässige und stabile Rolle unentbehrlich, die einem bei den brutalen 100-Meter-Fluchten möglichst nicht gleich um die Ohren fliegt.

Wir haben mittlerweile pro Mann je zwei Shimano Tekota 600 LC Multirollen im Einsatz, die auch seit Jahren auf den Guiding-Booten des Teams Bodden-Angeln verwendet werden.

Bei bestem Wetter und bester Wetterprognose waren wir zwar auch schon mit einer normalen Aluschüssel und 70 PS draußen. Empfehlenswert ist aber natürlich ein robustes rauwassertaugliches Boot mindestens der Kategorie C. Wer sich zum ersten Mal mit der Materie beschäftigt oder noch nicht die nötige Ausrüstung hat, bucht am besten ein Guiding bei einem bewährten Anbieter. Hauptsaison ist Ende Februar bis Anfang Mai – es kann also bald wieder losgehen!

Tight Lines!

Jan

Speichere in deinen Favoriten diesen permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

dreizehn + achtzehn =