Die heilige Zweifaltigkeit – Teil 2: Nachruf auf eine ziemlich perfekte Zander-Combo

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Wenn’s auf Hecht und Zander bzw. auf Hecht oder Zander in ziemlich unterschiedlichem Schweregrad oder auch auf Dorsch in unterschiedlichen Tiefen gehen soll, kommt als Ergänzung zur schweren Biomaster Select Shad die leichte Biomaster S81MH ins Spiel.

Sie ist von Haus aus eine mittelschwere Zanderrute: 2,46 Meter lang bei einem wiederum recht realen Wurfgewicht von 15 bis 50 Gramm. Ganz überwiegend nutze ich sie für klassische Zander-Gummis zwischen 10 und 15 Zentimetern an Köpfen zwischen 5 und 25 Gramm. Für meinen Geschmack liegt die Rute am besten mit einer 2500er-Rolle in der Hand, aktuell fische ich sie am liebsten mit der Biomaster FB. Wer zur Ausbalancierung etwas mehr Gewicht an den Griff bringen möchte oder wer an die Bedeutung maximaler Beschleunigung beim Anjiggen über die Rolle glaubt, kann natürlich auch eine 4000er mit hoher Übersetzung dranschrauben, z.B. die Stradic.

Ich muss zugeben, dass mich beim Erstkontakt die ziemlich sensible Spitze etwas irritiert hat. Ich dachte, dass ich zum Zanderjiggen nur Bretter mag, außerdem habe ich mich gefragt, ob es da Kraftübertragungsverluste beim Anschlag gibt. Wie ich nach ausgiebigem Testen mittlerweile weiß, ist beides nicht der Fall.

Mittlerweile sehe ich eher die Vorteile der Spitzensensibilität: Kollegen, die nicht mit dem Finger an der Schnur fischen, haben mir gesagt, dass ihnen dadurch die Köderführung und die Bisserkennung erleichtert werden. Vielleicht schlitzt dadurch auch der eine oder andere Fisch weniger aus. Außerdem lassen sich so Hardbaits und (Meerforellen-)Blinker besser animieren.

Womit wir schon wieder beim Thema Salzwasser wären: Fürs leichte Dorschangeln vom Boot eignet sich die Rute super. Fürs Fischen in der Andrift hat sie die richtige Länge und die richtige Schnelligkeit, bei der Abdriftangelei spielt die sensible Spitze ihre Stärken aus.

Wenn aufgrund der Tiefe, der Strömung und/oder der Driftgeschwindigkeit Bleiköpfe von mehr als 35 Gramm benötigt werden, macht mir das Fischen mit schwererem Geschütz mehr Spaß. Das gilt auch, wenn regelmäßig mit großen Dorschen zu rechnen ist. Dann kommt die Select Shad zum Einsatz: Schwer bebleite Gummifische und Pilker in üblichen Ostsee-Größen lassen sich mit ihr komfortabel fischen. Und wenn es mal drauf ankommt etwas mehr Druck auszuüben (z.B. am Wrack), hat die Select Shad die dafür erforderlichen Kraftreserven. Zwar kommt auch die leichte Biomaster S81MH mit Fischen besseren Formats klar, der Drill kann dann allerdings ein wenig dauern …

Einen guten Eindruck macht die Rute übrigens auch beim Meerforellenangeln vom Boot. Ich habe sie dazu zwar bislang nur ein einziges Mal eingesetzt und dabei auch nur eine einzige, zu allem Überfluss auch noch untermaßige Meerforelle gefangen, auf deren Abbildung ich hier aus Pietät verzichte. Die ersten paar hundert Würfe mit Møresildas zwischen 15 und 22 Gramm im klaren Wasser über Leopardengrund haben aber viel Spaß gemacht, zumal sich zur Abwechslung immer mal wieder ein Dorsch in den flach geführten Blinker eingeklinkt hat.

Leider ist dieser Text ein Nachruf. Denn wie aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen zu erfahren war, ist die Biomaster S81MH im nächsten Jahr nicht mehr im Sortiment. Letzte Chance also, die Altbestände aufzukaufen …

Alles Gute!

Jan

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